Coachingseminar-Skript zum Thema Teamarbeit

[Ausschnitt aus Coachingseminar-Skript zum Thema Teamarbeit, Gesamtlänge 20 Seiten, verfasst im Auftrag von Jacqueline Groher von „Improvement to Success“]

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2.4 Hochleistungsteams: Definition und Voraussetzungen

Wie in der obigen Grafik zu sehen, zeichnet ein so genanntes Hochleistungsteam (oder auch „High Performance Team“) ein besonders hoher Grad an Effektivität und Leistungskraft aus.

Grundsätzlich hat jedes Team das Potential, zum Hochleistungsteam zu werden. Tatsächlich ist diese Entwicklung zum Hochleistungsteam nicht nur abhängig von den Fähigkeiten der einzelnen Teammitglieder, sondern vielmehr von der Bereitschaft jedes Einzelnen, seine volle Leistung in die Teamperformance einzubringen. Man könnte die besten Experten in ein Team stecken und trotzdem sind sie nicht automatisch ein Hochleistungsteam – denn sie müssen lernen, miteinander zu arbeiten. Folglich hängt die Entwicklung eines Teams zum Hochleistungsteam sehr stark von der Einstellung der einzelnen Mitglieder ab:

Sind sie wirklich bereit, das gemeinsame Erreichen der Ziele in all ihren Handlungen zu priorisieren?

Auch die Führungskraft ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, dass sich ein Hochleistungsteam entwickeln kann. So geht die Rolle des Teamleiters bei einem Hochleistungsteam weit über die reine Moderatorenrolle hinaus, denn die Führungskraft ist entscheidend, um Vertrauen im Team aufzubauen, Fähigkeiten zu hinterfragen, zu motivieren, versteckte Probleme sichtbar zu machen, zu konfrontieren und zu fokussieren.

Dennoch haben genauso die einzelnen Mitglieder mit ihren individuellen Fähigkeiten, Persönlichkeiten, Kommunikationsfähigkeiten, Einstellungen usw. starke Einwirkungen auf die Leistung und Effektivität des gesamten Teams und damit auf dessen Entwicklung zum Hochleistungsteam.

Im Folgenden sind einige Voraussetzungen zusammengestellt, die ein Team braucht, um zum Hochleistungsteam zu werden:

  • Vertrauen: in gegenseitige Fähigkeiten, sich sicher fühlen im Team (Ideen preiszugeben, Fehler & Schwächen einzugestehen, Fragen zu stellen), Wissen um Zuverlässigkeit der Mitglieder
  • gemeinsame Vision, die oberste Priorität hat
  • Teamerfolg wichtiger als Einzelerfolg
  • Struktur und Klarheit im Team: klare Ziele, Strategie, Pläne; effektive Kommunikation, klare Erwartungen, klare Rollen- und Aufgabenverteilung
  • gleichzeitig Offenheit, Raum für Eigeninitiative & Flexibilität
  • hohe Selbstreflexion auf Einzel- und Teamebene: lösungsorientierte Haltung aller, regelmäßiges Feedback innerhalb & außerhalb der Gruppe →  funktionierendes Konfliktmanagement

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5. Moderne Teamarbeit und ihre Besonderheiten

5.1 Interkulturelle Teams: Chancen, Fallstricke und die Rolle der Führungskraft

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Die verstärkte Vielfalt der Teammitglieder durch ihre unterschiedlichen kulturellen Hintergründe führt ebenfalls zu verstärktem Konfliktpotenzial und dadurch zu neuen Herausforderungen im Team. Um diese zu vermeiden beziehungsweise aufzulösen, ist vor allem die Führungskraft sowie die tolerante Offenheit der einzelnen Mitglieder gefragt.

Durch die unterschiedlichen Nationalitäten im Team gibt es automatisch eine Vielfalt an Werten, Einstellungen und Arbeitsweisen, die zu Konflikten führen können. Ein Konflikt ergibt sich, weil die Beteiligten die Realität unterschiedlich wahrnehmen, konträre Ziele verfolgen oder divergierende Vorstellungen über die Art und Weise der Zielverfolgung haben. (vgl. Kuhlmann (2001), S. 802) Das heißt, es kommt zu Konflikten im Team, wenn Interessen und Ansätze unvereinbar sind, was bei kulturellen Unterschieden durchaus zu erwarten ist.

Der Lösungsschlüssel ist eine verstärkte Offenheit, Toleranz und auch Neugierde anderer Kulturen gegenüber, die die einzelnen Teammitglieder mitbringen sollten. Insbesondere die Führungskraft sollte dabei als Vorbild fungieren. Zudem benötigt die Führungskraft einen besonders hohen Grad an Sensibilität, um unterschwellige Konflikte frühzeitig zu identifizieren und aufzudecken, die vor allem durch die kulturellen Unterschiede entstehen.

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