Coachingseminar-Skript zum Thema Selbst- und Zeitmanagement

[Ausschnitt aus Coachingseminar-Skript zum Thema Selbst- und Zeitmanagement, Gesamtlänge 65 Seiten, verfasst im Auftrag von Jacqueline Groher von „Improvement to Success“]

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1.3 Moderne Selbstorganisation

Sechs Apps zur Selbstorganisation

In unserer modernen Zeit, in der jeder mindestens ein Smartphone besitzt, gibt es natürlich zahlreiche (kostenlose) Apps, die weniger Stress und mehr Zeit versprechen, indem sie dich bei deiner Selbstorganisation unterstützen.

Dennoch gilt hier genau das Gleiche wie für die vorgestellten Methoden und Prinzipien zur Selbstorganisation in den vorherigen Unterkapiteln: Zwar sind sie inspirierende Wegweiser und Unterstützer – doch jeder muss seinen Weg finden, der ihn/sie am effektivsten macht. Dazu gehört auch der Gebrauch von den im Folgenden vorgestellten Apps, die letzten Endes dein Selbstmanagement optimieren sollen. Finde also für dich heraus, welche Apps und Methoden dies für dich bewirken und lasse die weg, die dies nicht tun.

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1.4 Prokrastination

Hinter dem Begriff Prokrastination verbirgt sich die allen bekannte Taktik des Aufschiebens. Gerne neigen wir dazu, Tätigkeiten aufzuschieben, die uns keinen Spaß machen oder Unwohlsein bereiten. Selbst zu wichtigen Aufgaben können wir uns manchmal nicht aufraffen und prüfen stattdessen unnötig oft unsere E-Mails, scrollen im Facebook-Newsfeed oder erledigen den ebenfalls schon länger aufgeschobenen Hausputz. ‚Prokrastination‘ bedeutet, dass wir trotz (noch) vorhandener Zeit zur Erledigung gewisse Aufgaben hinauszögern und auf einen späteren Zeitpunkt verschieben und stattdessen kleine, weniger wichtige Dinge erledigen.

Warum ‚prokrastinieren‘ wir?

Die Gründe, aus denen wir prokrastinieren, sind vielfältig und uns meistens nicht vollkommen bewusst. Folgende Ursachen können für die Aufschiebetaktik verantwortlich sein:

  • Kein/schlechtes Zeitmanagement
  • Falsche Organisation
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Kein/falsches Setzen von Prioritäten
  • Angst vorm Scheitern
  • Unterbewertung eigener Leistungsfähigkeit
  • Menschliche Faulheit/ Unlust
  • Depression

Diese Aufzählung der möglichen Gründe, aus denen wir Dinge aufschieben, macht deutlich, dass die Ursachen sehr vielfältig sind. Etwas aus ‚normaler‘ Faulheit oder wegen schlechtem Zeitmanagement aufzuschieben ist eine ganz andere Blockade als eine Depression oder eine tiefsitzende Angst vor dem eigenen Scheitern. Um deinen inneren Schweinehund zu bekämpfen und damit der Prokrastination entgegenzuwirken, musst du dir zuallererst die Zeit nehmen, dich und deine unbewussten Beweggründe zur ‚Aufschieberitis‘ offen zu reflektieren.

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Das moderne Life-Balance Modell

Aus dem traditionellen Work-Life Balance Modell hat sich in letzter Zeit ein neues ‚Update‘ gebildet: das so genannte ‚Life-Balance Modell‘. Bereits aus der Namensgebung geht hervor, dass zunehmend die Überzeugung vertreten wird, dass ‚work‘ und ‚life‘ – das heißt, der Beruf und das eigene Leben – nicht länger getrennt werden sollten. Schließlich verbringen wir auch in unserem Beruf unsere wertvolle Lebenszeit – und zwar nicht selten über 50% davon.

Business und Privates sind nicht mehr voneinander zu trennen und gehen in Eins über. Ein ‚Leben in Balance‘ wird angestrebt. Daher wird im Life-Balance Modell zum Beispiel die Ansicht stark gemacht, dass auch der Beruf sich mit einem selbst, das heißt zum Beispiel mit seinen Vorlieben, Fähigkeiten und Leidenschaften, im Einklang befinden sollte. Deine Arbeit sollte etwas sein, das dir Freude bereitet und dir dadurch letzten Endes sogar guttut, da sie dich erfüllt und du das Gefühl hast, mit deinen Stärken etwas Sinnvolles in dieser Welt beizutragen.

Insgesamt zeigt die Entwicklung zum Life-Balance Modell, dass das Jetzt und unsere Ausgeglichenheit und Zufriedenheit im Jetzt in den Fokus tritt. Die eigene Erfüllung und das eigene Glück werden nicht mehr auf einen unbekannten zukünftigen Zeitpunkt verschoben, sondern sollen bereits jetzt erreicht sein bzw angestrebt werden.

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Was bewirkt der Flow?

Wenn wir im Flow sind, wird unsere Kreativität für mindestens 24 Stunden um ein Vierfaches erhöht. Zudem sind wir produktiver, da wir eine viel größere Menge an Information aufnehmen und verarbeiten können. Folglich steigt auch unsere Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen und zum Beispiel Muster in den vorliegenden Informationen zu erkennen. Diese gesteigerte Leistungsfähigkeit passiert dabei ‚wie von selbst‘: Wir schießen nicht über unsere körperlichen Grenzen hinaus, fühlen uns nicht überfordert, sondern vollkommen im Einklang mit uns selbst.

Wegen seiner körperlichen Auswirkungen wird der Flow auch als Rausch- oder Trance-Zustand beschrieben. Zum Beispiel wird die Herzfrequenz stärker und rhythmischer. Bei Menschen mit regelmäßigen Flow-Erlebnissen wurden überdies eine emotionale Ausgeglichenheit sowie mentale Stärke festgestellt. Insgesamt treten im Flow-Zustand sechs Neuro-Transmitterstoffe auf:

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4.6 Achtsamkeit am Arbeitsplatz

Achtsamkeits-Übungen eignen sich hervorragend für mehr Gelassenheit und weniger Stress am Arbeitsplatz, da sie Stresssymptome reduzieren (siehe 3.4) und du durch sie die Verbindung zu dir selbst stärkst – und so deine Grenzen viel besser erspüren kannst. Seinen Ursprung hat die Achtsamkeitspraxis bereits in den ältesten Formen des Buddhismus, doch kann sie leicht auf heutige Herausforderungen in der Arbeitswelt übertragen werden.

Warum achtsam sein? Grundsätzlich geht es darum, dass du dir bewusst wirst, wie viel du tagtäglich im ‚Autopilot‘ lebst. Am Arbeitsplatz führt dies dazu, dass du oft vom Stress getrieben sämtlichen Aufgaben (und nicht selten auch der Zeit) hinterherrennst und versuchst, alles im Multitasking zu erledigen. Letzten Endes tust du aber dadurch weder dir und deinem Körper noch deiner Arbeit etwas Gutes, da du energieloser, unaufmerksamer und gehetzter wirst. Durch die Praxis der Achtsamkeit kommst du bewusster in den Moment und stärkst damit die Verbindung zu dir und deinen Bedürfnissen.

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